Geboren 1940 in Logan Utah, schloß Kip
Thorne das Caltech 1962 mit einem B. S. ab und erhielt 1965 einen Ph. D. von der
Princeton University. Nach zweijähriger Probezeit kehrte Thorne 1967 an das
Caltech als Associate Professor zurück, wurde 1970 zum Professor für
Theoretische Physik ernannt, erhielt 1981 die William R. Kenan, Jr. Professur
und 1991 die Feynman Professur für Theoretische Physik.
Die Forschungsschwerpunkte von Kip
Thorne sind Gravitationsphysik und Astrophysik und dabei insbesondere Schwarze
Löcher und Gravitationswellen. Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre legte er
die Grundlagen für die Theorie der Pulsationen Relativistischer Sterne und der
Gravitationswellen, die sie aussenden. In den 70ern und 80ern entwickelte er
hauptsächlich den mathematischen Formalismus, mit dem Astrophysiker die
Entstehung von Gravitaitonswellen analysieren, und er arbeitete eng zusammen mit
Wissenschaftlern, die neue technische Ideen und Vorstellungen für die
Entdeckung der Gravitationswellen entwickelten. Er ist der Mitbegründer (mit R.
Weiss und R. W. P. Drever) des LIGO Projekts (Laser Interferometer Gravitational
Wave Observatory), seit Mitte der 80er Jahre haben er und seine Forschungsgruppe
die theoretische Basis dafür geliefert.
Mit Carlton M. Caves erfand Thorne den
rückreaktionsvermeidenden Zugang zu störungsfreien Quantenmessungen. Mit Anna
Zytkow sagte er die Existenz von Roten Überriesen mit Neutronensternkernen
("Thorne-Zytkow Objekte" oder "TZOs") voraus. Gemeinsam mit
Studenten und Kollegen entwickelte er das Membranparadigma für Schwarze Löcher
und nutze es, um den Mechanismus zu erklären, mit dem Schwarze Löcher Quasare
mit Energie versorgen können. Er hat zudem neuartige Gedankenexperimente in die
Theoretische Physik eingeführt, die danach fragen, "welche Grenzen die
Gesetze der Physik den Aktivitäten einer beliebig (hoch)entwickelten
Zivilisation setzen?". Zusammen mit Kollegen hat er ein solches
Gedankenexperiment genutzt, um falschverstandene Besonderheiten physikalischer
Gesetze, die bestimmen, ob die Natur klassische Wurmlöcher und Zeitmaschinen
erlaubt, zu identifizieren. Er hat aufgezeigt, wie diese Fragen mißverstandene
Gesetze der Quantengravitation erhellen können und hat einen universellen
physikalischen Mechanismus (explosives Wachstum der Vakuumpolarisierung von
Quantenfeldern) herausgefunden, der rückwärtsgerichtete Zeitreisen stets
verhindern kann.
Thorne hat über 30 Doktoranden betreut,
von denen später viele führend in der Welt in ihrem Forschungsgebiet geworden
sind. Thorne hat gemeinsam mit John A. Wheeler und Charles W. Misner 1973 das
Lehrbuch Gravitation, aus dem die heutige Wissenschaftsgeneration die
allgemeine Relativitätstheorie lernt, geschrieben. Er ist auch Co-Autor von Gravitation
Theory and Gravitational Collapse (1965) und Black Holes: The Membrane
Paradigm (1986) sowie Autor von Black Holes and Time Warps: Einstein’s
Outrageous Legacy (1994, auch in deutsch unter dem Titel "Gekrümmter
Raum und verbogene Zeit: Einsteins Vermächtnis" erschienen).
Thorne wurde 1972 in die American Academy of Arts and
Sciences und 1973 in die National Academy of Sciences aufgenommen. Er erhielt
1981 die Ehrendoktorwürde der Moskauer Staatlichen Universität (UdSSR) und
errang den Lilienfeld Preis der American Physical Society (1996), die Karl
Schwarzschild Medaille der Deutschen Astronomischen Gesellschaft (1996),
zweimal: 1969 und 1994, den American Institute of Physics Science Writing Award
in Physics and Astronomy und den Phi Beta Kappa Science Award (1994). Er war
Woodrow Wilson Fellow, Danforth Foundation Fellow, Fulbright Fellow und
Guggenheim Fellow; und er arbeitete im International Committee on General
Relativity and Gravitation mit, dem Komitee für US-UdSSR Zusammenarbeit auf dem
Gebiet der Physik und dem National Academy of Science’s Space Science Board,
der die NASA und den Kongreß zu Fragen der Weltraumwissenschaftspolitik beraten
hat.
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