Presseerklärung vom 10.5.2009
Presseeinladung/Veranstaltungsankündigung
Die Suche nach außerirdischem Leben
Astrophysics and the Search for Extraterrestrial
Life
Es ist eine tiefe und alte
Sehnsucht der Menschheit und ein faszinierender Gedanke: wir sind nicht
allein, irgendwo da draußen im Weltall gibt es Leben. Lange war dieser
Gedanke tatsächlich nur eine Idee, ein Wunsch vielleicht, pure Science
Fiction auf jeden Fall.
Im 21. Jahrhundert nun hat die
Suche nach außerirdischem Leben konkrete wissenschaftliche Formen angenommen.
Auf breiter Basis arbeiten Naturwissenschaftler wie Astrophysiker, Biologen
und Geophysiker zusammen intensiv an der Lösung dieser extrem schwierigen und
vielschichtigen Aufgabe. „Dort draußen“, sagen die Potsdamer
Astrophysiker mit dem Blick in den interstellaren Raum, ist jedoch mehr, als
wir uns vorstellen“.
Die Vorträge des diesjährigen
13.Leibniz-Kollegs zeigen den aktuellen Stand der Forschung und erklären
interdisziplinäre Denk- und Forschungsansätze.
Eine der entscheidenden, grundsätzlichen Fragen
lautet dabei, wonach suchen wir eigentlich, unter welchen physikalischen
Voraussetzungen kann Leben im Universum überhaupt entstehen oder existieren?
Diese Frage beantwortet der Vortrag von:
Prof. Dr. Philipp Richter, Institut für Physik
und Astronomie der Universität Potsdam
„Der kosmische Materiekreislauf“
am
Donnerstag, den 28. Mai 2009 um 13.00 Uhr,
Universitätscampus
Golm, Haus 27, Hörsaal 0.01, Karl-Liebknecht-Straße 24/25, 14476 Golm.
Nach unserem Verständnis ist Leben im Universum nur auf erdähnlichen
Planeten und Monden möglich. Die jüngsten spektakulären Entdeckungen von
extrasolaren Planeten belegen, dass viele Sterne in der Milchstraße
Planetensysteme aufweisen, und dass damit die Wahrscheinlichkeit für die
Existenz außerirdischen Lebens insgesamt sehr hoch ist. Doch wie bilden sich
Planetensysteme? Wie entstehen die schweren Elemente, aus denen die felsigen
Planeten und Monde, aber auch die Lebensformen selbst, aufgebaut sind? Dieser
Vortrag gibt einen Einblick in die Entstehung und Entwicklung der schweren
Elemente, die die Existenz von Leben im Universum erst möglich machen.
Doch selbst wenn die
physikalischen Bedingungen zunächst erfüllt sind, so muss sich organisches
Leben unter extremen Bedingungen auch aus biologischer Sicht entwickeln und
behaupten können. Auf unserem Planeten lassen sich Extrembedingungen für die
Entstehung von Leben beobachten -
und modellhaft Rückschlüsse auf das Leben im Universum ziehen:
Dr. Elly Spijkerman, Institut für Biochemie und
Biologie der Universität Potsdam
„Astrobiologie: Können wir Leben auf dem Mars erwarten?“
am
Donnerstag, den 28. Mai 2009 um 14.00 Uhr,
Universitätscampus
Golm, Haus 27, Hörsaal 0.01, Karl-Liebknecht-Straße 24/25, 14476 Golm.
Der Vortrag fokussiert auf die Erforschung von zwei
extremen Lebensräumen unserer Erde, welche denen des Mars und des eisigen
Jupiter-Mondes Europa durchaus ähnlich sind: Ein Gletscher in der Antarktis
und ein saurer Tagebausee in der Lausitz. Dabei geht es darum, Leben am Limit
und die Voraussetzungen des Lebens grundsätzlich zu verstehen: die irdischen
Mondlandschaften zeigen überraschendes und spektakuläres Leben.
Das weltweit bekannteste und populärste Projekt bei
der Suche nach Leben außerhalb der Erde ist das amerikanische SETI-Projekt (Search
for Extraterrestrial Intelligence / Suche nach außerirdischer Intelligenz).
SETI forscht im Radiowellenbereich des elektromagnetischen Wellenspektrums mit
Radioteleskopen nach Kommunikationssignalen fremder Zivilisationen.
Einer der SETI-Gründer - und eine Legende - ist der
Vordenker dieser Forschungsrichtung der Amerikaner Frank Drake. Er hält den
Festvortrag des diesjährigen Leibniz-Kollegs:
Professor Frank Drake
Director (emeritus)
SETI – Institute
“Astrophysics
and the Search for Extraterrestrial Life
“
Donnerstag, den 28. Mai 2009 um 16.00 Uhr ,
Auditorium
maximum der Universität Potsdam, Am Neuen Palais, 14469 Potsdam
Frank Drake gilt als Pionier
und einer der Väter der SETI-Forschung. Der Direktor (emeritus) des
SETI-Instituts entwickelte die Drake-Gleichung. Diese Formel gilt seither als
Grundlage aller weiterführenden Diskussionen in Bezug auf die Suche nach
extraterrestrischem Leben. 1974 sandte er in Zusammenarbeit mit Carl Sagan und
weiteren Wissenschaftlern mit dem Arecibo-Radioteleskop eine Botschaft ins
All. Drake schrieb über 150 Artikel und Bücher, unter anderem 1984 mit Dava
Sobel als Co-Autor das Buch "Signale von anderen Welten" (engl. Is
anyone out there?).
Im Anschluss an den
Festvortrag wird der diesjährige Publikationspreis
an Nachwuchs-wissenschaftler/innen sowie der Sonderpreis für
Polymerwissenschaften in Berlin und Brandenburg verliehen.
Partner
des diesjährigen Leibniz-Kollegs sind u.a. das Astrophysikalische Institut
Potsdam (AIP)
und die Institute für Physik und Astronomie, für Biochemie und Biologie
sowie für Geowissenschaften an der Universität Potsdam (UP). Neben
den oben genannten Vorträgen findet am AIP unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus G. Strassmeier ein wissenschaftliches
Kolloquium zum Thema des Leibniz-Kollegs statt.
Anmeldung von Journalisten bitte bei Susanne Milde, milde@mildemarketing.de.
Weitere
Informationen sowie Abbildungen stellen wir gern zur Verfügung.
Das Leibniz-Kolleg Potsdam
Potsdam ist nicht nur bekannt für seine einzigartige
Kulturlandschaft, sondern auch als ausgewiesener Wissenschaftsstandort mit
einer langen Tradition. In der seit 1998 jährlich stattfindenden öffentlichen
Vortragsreihe, die sich an Schüler(-innen) und Lehrer (-innen), Studierende
und die Allgemeine Öffentlichkeit richtet, erklären Spitzenforscher auf
Einladung des Leibniz-Kollegs ihre Arbeit. Damit soll naturwissenschaftliche
Forschung für einen breiten Kreis von Zuhörern
wahrnehmbar und interessant werden: Die gewählten Themen greifen
gerade solche - auch in Potsdam vertretene - Forschungsgebiete auf, in denen
in allernächster Zeit wichtige Entdeckungen erwartet werden. http://www.leibniz-kollegpotsdam.de
Das 13. Leibniz-Kolleg findet mit freundlicher Unterstützung der
Hasso Plattner Förderstiftung, Universitätsgesellschaft Potsdam e.V., Merck
KGaA, Siemens AG, sowie Milde Marketing Wissenschaftskommunikation und dem
Printmedienpartner Potsdamer Neueste Nachrichten statt.
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